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Mittwoch, 17. Januar 2018

Kapitel 15 - Die Pflichten des Stammesführers



Es verging beinahe ein ganzer Jahreszeitenwechsel ohne weitere Vorkommnisse. Enn gesundete bald wieder und der Stamm konnte endlich in die Herbsthöhle weiterziehen. Wenn es nach Tann ging, würde es aber das letzte Mal sein, dass sie sich im Dunkel einer Höhle vor der Kälte verkriechen mussten. Seitdem er bei Danas Eltern auf dem Hof gewesen war und deren Haus von Innen hatte sehen dürfen, hatte er sich fest vorgenommen, dass sein Stamm ebenfalls ein solches Haus bauen würde, sobald nur endlich der Winter vorbeigezogen war. Auch alle anderen waren von dieser Idee angetan. Lediglich seine Mutter hatte noch immer Bauchschmerzen bei dem Gedanken, bald an einen einzigen Ort gebunden zu sein. Sie konnte sich immer noch nicht vorstellen, dass der Stamm ohne Jagen und Sammeln überleben würde.
     Im Frühling waren sie dann zu der Stelle zurückgekehrt, an der sie den letzten Herbst aufgrund von Enns Krankheit einen Nothalt hatten einlegen müssen. Wie sich herausgestellt hatte, gab es dort eine Wasserstelle, was sie ideal machte, um sich dort niederzulassen. Auch das Meer war nicht weit. Das Einzige, das etwas weiter entfernt war, war ein ordentlicher Jagdgrund. Der Nebelwald befand sich zwar quasi keinen Steinwurf weit weg, aber noch immer war er dem Stamm nicht ganz geheuer. Doch wenn alles so klappte, wie Tann es plante, würden sie bald ohnehin nicht mehr auf die Jagd angewiesen sein. 
     Seitdem waren sie damit beschäftigt, Holz für den Bau des Hauses, und Pflanzen zu sammeln. Tara war schon seit dem letzten Herbst schon dabei, neue Kleidung für alle zu nähen.


Im Laufe des Frühlings wuchs dann auch Tanna zu einer Frau heran und von da an war sie nicht mehr von Tanns Seite wegzudenken. Sie hatte den Stammesführer schon in ihrer Kindheit innig bewundert, aber nachdem sie sich das erste Mal näher gekommen waren, erblühte ihre Bewunderung und wurde zu Liebe.


Auch über zwei neue Stammesmitglieder konnte sich der Stamm in dieser Zeit erfreuen. Barla Krah, ihres Zeichens Kräuterfrau, war auf der Durchreise und auf der Suche nach der verschollenen Schwester an sie geraten und sie war auch noch geblieben, nachdem sie vom traurigen Schicksal ihrer Schwester Arla erfahren hatte. Und mit ihr kam Wölfin Schnee, die das kleine, stammeseigene Rudel zusammen mit Wuff bald noch vergrößern sollte.


Alles in allem war wieder Ruhe im Stamm eingekehrt. Selbst Lu und Jin gerieten kaum noch aneinander, nachdem sie anscheinend beide stillschweigend beschlossen hatten, sich einfach aus dem Weg zu gehen. Vielleicht hatte auch Sens Versuch, seine beiden Söhne zur gemeinsamen Jagd zu zwingen, sie dazu gebracht, sich lieber nicht mehr an die Kehle zu springen, wenn sie das kein zweites Mal erleben wollten. Jin entdeckte stattdessen die Musik neu für sich und er wurde bald zum ersten Trommler des Stammes, während Lu wieder zu malen begann.


Ein ungewöhnlich kühler Sommer hatte gerade begonnen, als sich dann das erste Mal seit langem wieder Streit im Stamm anbahnen sollte. Es war ein ruhiger Spätsommerabend, an dem sie alle zusammen am Lagerfeuer saßen. Lenn, der seit neuestem unter seinem Stimmbruch zu leiden hatte, hatte sich mit Wuff zurückgezogen und Lulu war dabei, ihre Erkältung im Zelt auszuschlafen. Tann fand sich bald schon in einem Gespräch mit Dana wieder. Er beriet sich in letzter Zeit häufig mit ihr. Denn sie war nach wie vor die Einzige, die sich mit den neuen Methoden zum Anbau und Hausbau auskannte. Auch wenn sie bei Letzterem weniger beizutragen hatte.
     Jedenfalls gefiel das Tanna, die die beiden schon seit geraumer Zeit mit wachsendem Unmut betrachtete, überhaupt nicht. Sie selber hatte nicht lange gezögert, sich mit Tann zu paaren, sobald sie dazu bereit gewesen war, aber bislang war sie noch immer nicht schwanger. Und das machte ihr natürlich Sorgen. Denn sie hatte nicht vergessen, dass Dana anscheinend plante, ebenfalls mit Tann Kinder zu bekommen. Doch so einfach würde sie sich nicht von seiner Seite vertreiben lassen.


Also erhob sie sich und räusperte sich so laut, dass sie im nächsten Moment aller Augen auf sich hatte.
     „Also, ich bin noch nicht dazu gekommen, aber ich möchte hiermit verkünden, dass ich ab jetzt Tanns Hauptfrau bin. Und als solche werde ich mich um den Stamm kümmern, wenn Tann gerade nicht da ist. Wenn dann also etwas ist, kommt bitte zu mir.“


Tann war zunächst zu überrumpelt, um etwas dazu zu sagen, doch letztendlich entschloss er sich dazu, einfach zu schweigen. Er hatte zwar noch nie davon gehört, dass es so etwas wie eine Hauptfrau überhaupt gab, aber er hatte auch nicht vor, sich unbedingt noch eine Frau zu suchen. Wenn eine auftauchte, die Kinder von ihm wollte, war das etwas anderes, aber er war eigentlich ganz zufrieden mit nur einer Frau.
     Also sagte er nichts. Seine Mutter war inzwischen aufgesprungen und wie schon damals bei Greta, war sie hellauf darüber begeistert, dass ihr Sohn endlich eine Gefährtin hatte. Und sie, so ganz nebenbei, wahrscheinlich bald Oma werden würde. Auf Tannas Gesicht breitete sich daraufhin ein zufriedenes Lächeln aus. Der Rest des Stammes blieb stumm. Nur Lu gefiel das Ganze überhaupt nicht.


Er wollte Tann nicht teilen. Er hatte ihn bislang für sich allein gehabt, aber er hatte immer gewusst, dass die Zeit kommen würde, wenn Tann sich eine Frau suchen würde. Als Stammesführer war auch das seine Aufgabe. Er musste ihren Stamm vor allen anderen repräsentieren und in ihrer Welt war Stärke, Geschick und Fruchtbarkeit noch immer das, was am meisten zählte und respektiert wurde.
     Lu hatte nur einmal versucht, mit Tann darüber zu reden. Er hatte ihn, nur ganz nebensächlich, gefragt, ob er sich wirklich eine Frau suchen musste. Doch Tann hatte ihn nur verständnislos angesehen und da hatte Lu gewusst, dass es sinnlos war, weiter darüber zu reden. Bevor Tann ihm eine Rede darüber halten konnte, warum er sich eine Frau suchen musste, war er also zurückgerudert und sie hatten nie wieder darüber gesprochen.
     Doch es hatte ihn natürlich verletzt. Es hatte wehgetan, wie auch an dem Tag, als er Tann und Tanna das erste Mal zusammen gesehen hatte. Obwohl er sich dafür gewappnet hatte, dass es passieren würde, hatte ihn der Anblick seines Liebsten in den Armen einer Frau die Kehle zugeschnürt. Er hätte am liebsten geheult, aber er war tapfer geblieben. Es hatte aber dennoch nichts daran geändert, dass er seitdem in ständiger Angst war, Tann zu verlieren.
     Deswegen fing er Tann am nächsten Nachmittag ab, als der gerade allein im Lager ihre Holzbestände durchging. Er wollte nicht, dass Tann ihn von sich wies, weil er ihn zu sehr bedrängte, aber er wollte auch nicht andauernd zurückstecken. Und das tat er, seitdem Tann Tanna hatte. Seitdem waren sie sich nicht ein einziges Mal mehr nahe gewesen.


Tann derweil ahnte bereits, weshalb Lu früher vom Fischen zurückgekommen war, als der Rest des Stammes, und das brachte ihn ganz schön in die Bredouille. 
     Tatsächlich hielt Lu auch nicht lange hinterm Berg, weshalb er hergekommen war. „Hey, Tann, was hältst du denn davon, wenn wir uns mal wieder ein wenig Zeit für uns nehmen?“
     Lu setzte sein Grinsen auf, das Tann immer sofort signalisiert hatte, dass er Lust hatte. Doch das Problem war, dass Tann gerade überhaupt keine Lust hatte. Im Gegenteil. Es war nicht so, dass er Lu nicht gerne den Gefallen getan hätte, aber er konnte gerade einfach nicht. Denn Tanna war in ihrem Bestreben, schwanger zu werden, überaus eifrig. Hinzu kam der Bau des Hauses, das Anlegen der Wintervorräte und der Felder. Er hatte in letzter Zeit kaum eine Sekunde Ruhe. Tann wünschte sich momentan deshalb nichts sehnlicher, als ein ausgedehntes Nickerchen. Doch er wollte seinen Freund auch nicht vor den Kopf stoßen.
     Also versuchte er es mit der Wahrheit. Lu war glücklicherweise eigentlich immer verständnisvoll gewesen. „Ähm… hör mal, Lu, ich habe gerade viel zu tun. Und ich bin auch echt fertig. Könnten wir das vielleicht auf wann anders verschieben?“


Anscheinend war Lus Verständnis aber aufgebraucht. Er wurde wütend. Er hatte die letzte Zeit einfach zu viele Abfuhren dieser Art von Tann einstecken müssen. „Ja, sicher! Und wann ist dieses ‚wann anders‘ bitte? Ich warte jetzt schon seit Monaten! Aber seitdem du Tanna hast, interessierst du dich überhaupt nicht mehr für mich!“ 
     Lu hatte nie dermaßen ausbrechen wollen, aber jetzt war es zu spät, zurückzunehmen, was er gesagt hatte. Also blieb er stur. Das Schlimmste aber war, dass Tann anscheinend nicht einmal etwas dazu zu sagen hatte. Er stand nur da und seufzte, als wäre es ihm gerade zu viel, auch nur mit ihm zu reden.


Doch es kam auch keiner von ihnen mehr dazu, noch etwas zu sagen. Denn in diesem Moment tauchte unerwartet Tanna auf. Lu hatte schon befürchtet, dass sie auf dieselbe Idee wie er kommen würde, die Zeit, die Tann allein im Lager war, für etwas Zweisamkeit zu nutzen. Und wie es schien, hatte sie ihr Gespräch auch noch mitbekommen.
     „Was geht hier vor sich?“, fragte sie wütend und brachte Tann dazu, ertappt dreinzublicken. 
     Als würde er sich für ihn schämen! Doch obwohl es ihm wehtat, behielt Lu seine Fassade aus Wut.


Da Tann ihr eine Erklärung schuldig blieb, wandte sich Tanna an Lu. „Was hast du eigentlich für ein Problem? Tann hat jetzt mich und wir werden bald eine Familie zusammen haben. Finde dich damit ab und such dir selber eine Frau, wenn du einsam bist! Du verhältst dich ja, als würdest du Tann selber wollen!“
     Lu konnte nicht verhindern, überlegen zu grinsen. „Ich verhalte mich nicht so, ich hatte ihn bereits. Lange noch vor dir.“
     Tannas Gesichtszüge entglitten. Ihm entging auch nicht, dass Tann ebenso erschrocken aussah wie sie. 
     „Was in aller Welt redest du da?“, ereiferte Tanna sich jetzt. „Du bist ein Mann und er ist auch ein Mann!“
     „Na und?“
     „Na und?“ Tanna öffnete und schloss den Mund ein paarmal wortlos, bevor sie fortfuhr: „Was ist denn mit dir falsch?“


Jetzt war sie zu weit gegangen. „Nichts ist mit mir falsch! Was ist mit dir falsch, dass du glaubst, Tann gehöre nur dir? Hast du ihn überhaupt mal gefragt, was er will?“
     „Anscheinend nicht dich!“, gab sie böse grinsend zurück und traf damit eine wunde Stelle. „Sonst hättest du dich ja gerade nicht bei ihm beschwert, bevor ich zurückkam.“
     „Du hast überhaupt nicht mitbekommen, um was es eigentlich ging!“
     „Du hast verloren! Leb damit!“ Und was sie dann sagte, traf Lu mitten ins Herz. „Du warst nur Spaß für ihn, aber jetzt hat er ja mich und da braucht er dich nicht mehr!“
     Etwas brannte bei ihm durch. „Was glaubst du eigentlich, wer du bist? Alles war gut, bevor du aufgekreuzt bist und meintest, dich zwischen uns drängen zu müssen!“, schrie er sie an.
     Und Tanna gab zurück: „Du hattest von Anfang an keine Chance! Halt dich in Zukunft von Tann fern!“


Und dann wandte sie sich direkt an das Subjekt ihres Streites. Jetzt würde sie ihn mit reinziehen, das wusste Tann genau. Bislang hatte er den Streit mit Schrecken, aber als passiver Zuschauer miterlebt. Es war ihm so vorgekommen, als wäre er wieder im Haus von Danas Eltern und als würde das Dach nun doch langsam und lautlos über ihm zusammenbrechen.
     „Tann, sag ihm gefälligst, dass er dich in Ruhe lassen soll!“, forderte Tanna aufgebracht.
     Dieser eine Moment, in dem noch alles still und ungefährlich war. Die Ruhe vor dem Sturm. Doch Tann wusste, dass er sich dem Unwetter nicht mehr länger würde entziehen können. Er musste handeln.


Also sprang er mit dem Kopf voran mitten ins Auge des Sturms. „Nein, das werde ich nicht tun!“, sagte er, obwohl sich alles in ihm dagegen strebte. Es erschreckte ihn zu sehen, wie sehr seine Worte Tanna trafen. Sie hatte sichtlich nicht mit einer Abfuhr gerechnet.


Doch sie fing sich schnell wieder. Sie war kein Mensch, der lange mit sich haderte. „Heißt das etwa, dass du den da mir vorziehst?“
     „Das heißt, dass du gefälligst aufhören sollst, mir vorschreiben zu wollen, was ich tun soll! Was zwischen mir und Lu ist, geht nur mich und ihn etwas an!“
     Sie war vor den Kopf gestoßen. Unsicher. Vielleicht verletzt. Aber sie zeigte nichts davon. Stattdessen war da nur Sturheit und Wut. Im nächsten Moment waren sie mitten in einem Streit.
     „Du willst das mit ihm also fortfahren?“
     „Ich habe dir gesagt, dass dich das nichts angeht!“
     „Ich warne dich, wenn du das mit ihm nicht beendest, bin ich weg!“
     „Dann, bitte! Geh!“


Auch damit hatte sie nicht gerechnet. Aber wie zuvor, blieb sie auch diesmal stur.
     „Ich habe dir versprochen, dass ich mein erstes Kind mit dir bekomme, aber ich werde mir nicht von dir sagen lassen, mit wem ich was tue, Tanna!“, nutzte er die Chance, dass sie endlich einmal still war. „Ich bin der Stammesführer und ich bin für den ganzen Stamm verantwortlich. Nicht nur für dich. Ich kann dich nicht anders behandeln als die Anderen. Und wenn du ein Problem damit hast, steht es dir jederzeit frei zu gehen!“


„Fein!“ Im nächsten Moment war sie abgedreht. „Werdet doch glücklich miteinander!“ Und gegangen. Und Tann hatte nichts getan, um sie aufzuhalten.


Lu hatte den Streit schweigend mitverfolgt. Seine Wut war längst verraucht und er sah die ganze Sache inzwischen mit kühlerem Kopf. Was Tanna gesagt hatte, hatte ihn verletzt, aber er fühlte dennoch keinerlei Genugtuung darüber, sie gehen zu sehen. Es war einfach falsch, dass sie ging. Das hatte er nie gewollt.
     Also wandte er sich an Tann. „Willst du sie einfach so gehen lassen?“
     „Sie wollte es ja so.“ 
     Noch einen Moment länger hielt er seine Maske aus Wut aufrecht. Dann jedoch fiel sie in sich zusammen. Das konnte Lu genau sehen. Tann war nicht etwa wütend oder beleidigt. Er war einfach nur traurig.
      „Du wolltest sie gar nicht gehen lassen, nicht wahr?“ Als Tann nur den Kopf hängen ließ, fragte er weiter: „Warum hast du sie dann gehen lassen?“
     „Was hätte ich denn machen sollen? Natürlich will ich nicht, dass sie geht, aber…“ Er seufzte schwer und dann schaffte er es, sich etwas zu fassen. „Sie muss lernen, dass sie nicht tun und lassen kann, was sie will. Ich bin der Stammesführer und als solcher muss ich für alle im Stamm da sein. Ich kann nicht nur für sie da sein. Als sie sich einfach so zu meiner Hauptfrau ernannt hat, habe ich ja noch geschwiegen, aber das gerade eben ging eindeutig zu weit. Sie muss lernen, was Grenzen sind und wenn sie das nicht tut, dann muss sie eben gehen.“


Doch das war es nicht, was Tann wollte. Das konnte Lu genau sehen. Ein Blinder hätte es in diesem Moment vom Gesicht seines Freundes ablesen können. Und da wurde Lu klar, dass Tanna recht gehabt hatte. Er hatte nie eine Chance bei Tann gehabt. Denn Tann liebte Tanna. Und wahrscheinlich hatte er das schon immer getan.
     Es war eine schwere Erkenntnis. Eine Erkenntnis, die ihm beinahe den Boden unter den Füßen wegriss. Aber gleichzeitig wusste er auch, dass es besser war, sie jetzt zu haben, als letztendlich elendig an seiner Liebe zu Tann zugrunde zu gehen. Vielleicht konnte er sich jetzt noch zwischen seinen Freund und Tanna drängen, aber das würde keinen von ihnen auf Dauer glücklich machen. Am allerwenigsten Tann.


Also fasste er einen schweren Entschluss, solange er noch dazu imstande war. Er stellte sich Tann und erklärte: „Ich werde mich von nun an nicht mehr zwischen dich und Tanna drängen. Und du solltest ihr lieber nachgehen und sie zurückholen.“


Tann war erschrocken, als er das hörte. Er hatte mit allem gerechnet, nur damit nicht. 
     „Aber… ich will nicht, dass du gehst, Lu!“
     Natürlich. Das war es also gewesen, warum er sich in erster Linie auf ihn eingelassen hatte. Er war so dumm gewesen, es nicht zu sehen. Vielleicht hatte er es auch einfach nicht sehen wollen.
     Trotz dem, dass er gegen seine Tränen kämpfte, schaffte Lu es, ein beruhigendes Lächeln aufzusetzen. „Ich werde schon nicht gehen, keine Sorge! Ich will doch nicht, dass Lulu wieder weint.“
     Es würde schrecklich werden. Immer, wenn er Tann und Tanna zusammen sehen würde. Aber wenn er die letzte Zeit etwas erkannt hatte, dann, dass er hierher gehörte. Er wollte nicht gehen. Er würde niemals von hier fortgehen. Selbst, wenn es bedeutete, dass er nie einen Gefährten finden würde.


Er hoffte nur, dass die Wunde in seinem Herzen irgendwann verheilte. Dass er eines Tages über Tann hinwegkommen würde. Als er sich von Tann abwandte und fortging, war sein Freund ebenfalls am lächeln. Er war beruhigt. Da wusste Lu, dass es die richtige Entscheidung gewesen war. Wenn es nur nicht so verdammt wehtun würde.
     Doch seinen Tränen würde er sich trotzdem erst hingeben, wenn ihn niemand dabei sah. So, wie Tann seine Sorge um Tanna erst zeigen würde, wenn er allein war.


Tann wartete von dem Moment an, als Tanna das Lager verlassen hatte, bis in die Nacht hinein, dass sie zurückkehren würde. Sogar, als die Anderen längst schliefen, wartete er noch. Er war ihr nicht nachgegangen. Natürlich machte er sich Sorgen. Er hatte keine ruhige Sekunde, während sie fort war. Aber gleichzeitig wusste er auch, dass sie eine starke und kluge Frau war. Sie würde nichts Riskantes tun und sie würde sich notfalls auch verteidigen können.
     Dennoch fraß ihn seine Sorge immer mehr auf, je mehr die Zeit verging. Wenn ihr etwas geschehen würde, würde er sich das nie verzeihen.


Erst, als Hund neben ihm die Ohren aufstellte, wich die Sorge einer unendlichen Erleichterung. Kurz darauf ging das Tier Tanna entgegen und er musste sich zügeln, es ihm nicht gleichzutun. Alles, was er gesagt und getan hatte, wäre sonst völlig umsonst gewesen.


Tanna begrüßte erst Hund ausgiebig, bevor sie zu ihm kam. Und obwohl er wusste, dass sie einsichtig sein würde, hatte er Angst, dass sie es nicht sein würde. 
     Stattdessen aber sagte sie nur: „Tut mir leid, Tann! Ich werde dir nicht mehr sagen, was du tun sollst.“
     Er sah, dass es ihr schwerfiel, das zu sagen. Sie war normalerweise viel zu stolz und viel zu stur, um nachzugeben. Aber sie wusste, dass sie es diesmal tun musste, wenn sie ihn nicht verlieren wollte.


Tann nickte nur und noch einen unendlichen langen Moment standen sie sich schweigend und untätig gegenüber. Erst dann fiel Tanna ihrem Liebsten um den Hals. Und während Tann sie in seinen Armen hielt, wurde ihm endlich wieder warm ums Herz. Er hoffte nur, dass er Tanna nie mehr vor den Kopf stoßen musste.  
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Tann hat sich also letztendlich für Tanna entschieden. Armer Lu =(. Aber jetzt hat er erst mal ein (kleines) bisschen Ruhe vor mir. Bleibt nur zu hoffen, dass er woanders sein Glück findet und dass Tanna in Zukunft besser damit zurechtkommt, nicht immer an erster Stelle bei Tann zu stehen. Als Gefährte des Stammesführers hat man es eben nicht leicht. Davon kann auch Enn ein Lied singen.

Der Stamm schreitet also in ein neues Zeitalter voran und passend dazu haben alle Stammesmitglieder (mit Ausnahme von Luma, die das ganze neue Zeug noch immer gruselig findet) neue (mittelalterliche) Jungsteinzeitkleidung bekommen. 
Ich habe mich hier ja schon öfter über den Mangel an Steinzeitkleidung beschwert, aber am allerschwersten hatte ich es hier, passende Klamotten zu finden. Vor allen Dingen bei Tann. Ich wollte, dass er als Stammesführer heraussticht, aber anscheinend brauchen Teenager keine Kleidung, weil ich mindestens drei Tage lang das Internet durchsucht habe und rein gaaaaaaar nichts Passendes fand ><. Am Ende hab ich mich dann für ein Outfit entschieden, dass schon im Spiel war und ich muss sagen, er sieht echt wie ein Hippie aus. Ich warte jedes Mal darauf, dass er gleich anfängt, zu rauchen oder so. Toll, jetzt muss ich ihn mir auch noch als Sektenführer vorstellen -.-. Argh!
Der Rest des Stammes hat einen möglichst farblosen Mix aus allen Stilen, Ecken und Enden und Zeitaltern bekommen. 
Naja, wenigstens hab ich später (so in Generation 3...) herausgefunden, dass ich mit den Master Controller Erwachsenenkleidung für Teenager freischalten kann. Davon kann man zwar auch nicht alles verwenden, aber es hat dennoch geholfen.

Heute gibt es mal wieder ein paar Updates bei den Charakteren und den Outtakes:
Schnee, Barla & Dana wurden dem Uruk-Stamm hinzugefügt.           
Zoth-, Ahn-, und Uruk-Stamm, Weltkarte, Enn, Sen, Tann, Lu, Tanna & Lenn wurden aktualisiert (Bild und/oder Text) 

Nächstes Mal bekommt der Stamm dann noch ein neues Mitglied, das vor allen Dinge eine bestimmte Person sehr glücklich macht. Und einer anderen schnell auf die Nerven geht. 
Und wird der Stamm jetzt bald mal ein richtiges Dach über dem Kopf haben?

Bis dahin! Danke fürs Vorbeischauen und ich verabschiede mich! 

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