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Sonntag, 7. Januar 2018

Kapitel 11 - Das Zelt auf Beinen hinterm Nebelwald




Dana verließ den Stamm vorerst nicht. Sie blieb sogar so lange, dass ihr die zweifelhafte Ehre zuteilwurde, den vorlauten Jungen namens Jin aufwachsen zu sehen. Der ließ es sich natürlich nicht nehmen, sich sofort an sie ranzumachen. Sie hatte schon mitbekommen, dass er ganz schön viel von sich hielt. Aber da er noch so jung und unerfahren war, übersah sie seine derbe Anmache dieses eine Mal geflissentlich.
     „Ich glaube, ich verzichte. Du solltest lieber erst einmal erwachsen werden, bevor du dich bei Frauen versuchst“, konterte sie in einem Ton, als würde sie mit einem Kind sprechen.
     Das hatte natürlich gesessen. Jin war eigentlich dafür bekannt, schnell wütend zu werden, doch an diesem Tag durften sie erfahren, dass eine Abfuhr ihn doch tatsächlich verunsicherte. Dana jedenfalls bekam keinen Vorgeschmack seiner unbeherrschten Art ab und durfte arglos von Dannen ziehen.


Nicht so jedoch Lu, der das Pech hatte, in diesem Moment des Weges zu kommen. Als Jin seiner ansichtig wurde, stellte er sich ihm sofort in den Weg. „Was gibt’s denn da zu glotzen, Lu-Langweiler? Sieh mal lieber zu, dass du endlich mal was Nützliches machst, als den ganzen Tag nur deine doofen Bilder zu malen!“   
     Lu war froh gewesen, bislang von Jin verschont geblieben zu sein. Er hatte große Hoffnungen gehabt, dass die Sache damals, als er für ihn eingestanden war, ihre Beziehung wenigstens ein bisschen verbessert hätte. Aber da hatte er sich anscheinend getäuscht. Es sollte nicht das letzte Mal werden, dass er die nächste Zeit von Jin heimgesucht werden würde.


Luma derweil war genervt, dass sich Dana noch immer in ihrem Lager aufhielt. Sie hatte inzwischen zwar begonnen, Aufgaben zu übernehmen, gleichzeitig aber füllte sie die Köpfe der jungen Leute in ihrem Stamm noch immer mit ihrem Unsinn. Luma traute ihr nach wie vor nicht. Aber sie war machtlos. Tann wollte nichts davon wissen, ihren Gast zu entfernen. Schlimmer noch, er schien sogar zu hoffen, dass sie bei ihnen blieb. 

 
Als es schließlich Herbst wurde, brachen sie ihr Lager ab. Die Blätter hatten ihren grünen Mantel abgelegt und zu fallen begonnen. Bald schon würde es kälter werden. Und damit war es für den Stamm Zeit, zur Herbsthöhle weiterzuziehen.
     Doch kaum, dass sie losgezogen waren, begann Enn immer heftiger über seine Bauchschmerzen zu klagen. Er hatte die letzten beiden Tage schon flachgelegen und Tann hätte es gerne vermieden, seinem Vater die mühsame Reise zur Herbsthöhle zuzumuten. Doch Enn hatte darauf bestanden und jetzt konnte er kaum noch auf seinen Beinen stehen.
     Tann hatte daraufhin eine Rast angeordnet, aber sie waren nach wie vor ratlos, was sie nun tun sollten. Wenn nur wenigstens Tibit noch da wäre. Er hätte bestimmt eine Tinktur oder ein Kraut gekannt, um Enn wenigstens bis zur Höhle durchhalten zu lassen. Aber ihr Medizinmann war gestorben und sie hatten noch keinen Ersatz für ihn gefunden.


Letztendlich verschlechterte sich Enns Zustand derart rapide, dass Tann beschloss, vorerst vor Ort zu bleiben. Und als die Zelte dann wieder standen und Enn nach langem hin und her endlich in den Schlaf gefunden hatte, kam Dana zu ihnen, als seine Mutter und er gerade beim Lagerfeuer zusammensaßen, um die Lage zu besprechen. Seine Mutter unterbrach sich sofort und begann, giftige Blicke in die Richtung des Neuankömmlings zu verschießen. Tann hatte schon bemerkt, dass seine Mutter und Dana sich nicht sonderlich gut verstanden. Das machte ihm Sorgen.
     Dana hingegen wirkte nachdenklich und so, als hätte sie gar nicht vor, irgendetwas von sich zu geben. Nach einer Weile tat sie es aber doch. „Ich weiß nicht, ob sie helfen können, aber meine Eltern kennen sich sehr gut mit Heilkräutern aus. Sie sind schon sehr weit herumgekommen, müsst ihr wissen.“ Es war das erste Mal, dass Dana wirklich von ihnen sprach.
     Tann wollte etwas dazu sagen, aber seine Mutter war schneller. „Wir brauchen deine Fantastereien nicht! Wir schaffen das alleine!“, ging sie die andere Frau an.
     Dana hob abwehrend die Hände und sandte einen hilfesuchenden Blick in seine Richtung, den Tann jedoch nur mit einem entschuldigenden Lächeln beantwortete. Er konnte seine Mutter nicht derart vor ihrem Gast bloßstellen.


Dana nahm das als Anlass, sich zu erheben und zwischen die Zelte davonzugehen. Als sie verschwunden war, wandte sich Tann an seine Mutter. „Du solltest nicht so unfreundlich zu ihr sein!“
     Er kam nicht einmal dazu, noch etwas zu sagen. Luma erhob sich wortlos und sie starrte derart vernichtend auf ihn herab, dass er für einen Moment dachte, wieder ein kleiner Junge zu sein, der etwas ausgefressen hatte. Aber das war er nicht mehr. Er war jetzt ausgewachsen und er war es, der diesen Stamm anführte. Und als Stammesführer konnte er nicht zulassen, dass sie derart unfreundlich mit ihren Gästen umsprang.
     Also erhob er sich ebenfalls, um ihr auf gleicher Höhe begegnen zu können, und empfing ihre erste Salve. 
     „Du stellst dich also auf ihre Seite?“, empörte sie sich. „Willst auf den Rat einer Quasi-Fremden hören, die du keine Jahreszeit lang kennst, anstatt auf deine Mutter, die dich aufgezogen hat, ja?“
     Tann war kein Mensch, der gern stritt. Aber er wusste, wann er streiten musste und wann nicht. Und diesmal ging es um seine Autorität als Stammesführer. Also wurde er laut. „Es geht hier aber nicht nur um dich oder Dana oder mich, sondern um Vater! Willst du etwa, dass er stirbt?“
     Seine Worte erzielten seine Wirkung ganz genau. Das konnte er sehen. Sie wusste, dass er recht hatte, aber sie war gleichzeitig zu stolz, um es zuzugeben. Stattdessen behielt sie ihre Fassade aus Sturheit.


„Schön! Wenn du denkst, dass es das Richtige ist, zu tun, werde ich dir nicht länger im Weg stehen, Stammesführer!“, sagte sie und ihre Stimme troff beinahe vor Vorwürfen. 
     Ohne ein weiteres Wort drehte sie ab und verschwand in dem Zelt, in dem sein Vater schlief.


Die Schuldkeule, die sie ausgepackt hatte, hatte Tann jedoch voll getroffen und als sie jetzt verschwunden war, schwankte er beträchtlich in seinem eigenen Entschluss. Es ging ja nicht einmal darum, auf wessen Seite er stand oder auf wen er hörte. Sie hatten schlichtweg keine Alternative, als zu versuchen, Hilfe bei Danas Eltern zu suchen. Doch obwohl er all das wusste, fühlte er sich schlecht. Er wollte seine Mutter einfach nicht vor den Kopf stoßen.
     Kaum, dass Luma im Inneren des Zeltes verschwunden war, tauchte Dana wieder auf. Es war offensichtlich, dass sie das Gespräch zwischen Mutter und Sohn mit angehört hatte, aber das war momentan nicht wichtig. Alles was zählte, war, dass sein Vater wieder gesund wurde.


Also ging er Dana entgegen und bat sie: „Bitte bring mich zu deinen Eltern! Ich bin für jede Hilfe dankbar.“
      Dana brauchte erneut eine ganze Weile, um zu antworten. Wie immer, wenn es um ihre Familie ging, sah sie unbehaglich aus. Es musste sie wahrscheinlich eine große Überwindung gekostet haben, ihm überhaupt davon zu erzählen, dass ihre Eltern vielleicht helfen konnten. Und dafür war er ihr dankbar.
     „In Ordnung. Wir brechen morgen früh auf“, erklärte sie sich schließlich bereit. Sie wusste, dass Tann ohne sie nur schwer durch den Nebel finden würde. So sehr sie das auch hatte verhindern wollen, sie würde wohl nach Hause zurückkehren müssen. Das Leben im Stamm war zwar simpel und gleichzeitig härter, aber sie war dennoch froh, dass diese Leute sie aufgenommen hatten, ohne allzu viele Fragen zu stellen. Sie war es ihnen schuldig, zu helfen, wo sie nur konnte.


Am nächsten Morgen waren sie auf den Beinen, kaum dass die Sonne am Horizont erschienen war. Passend zur Stimmung, war der Himmel wolkenverhangen und es sah so aus, als würde es jeden Moment anfangen zu regnen. Doch das Wetter blieb, zu ihrer Überraschung, stabil.
     Dennoch war Tann bald durchgefroren und klamm, und er war froh, dass er sich für Winterkleidung entschieden hatte. Der Nebel hatte sich an diesem Tag scheinbar noch weiter im Wald ausgebreitet als gewöhnlich. 
     Als sie seine ersten Ausläufer erreichten, blieb Dana stehen, drehte sich zu ihm und sagte: „Bleib dicht bei mir, solange wir im Nebel unterwegs sind!“
     Tann nickte nur und sie setzten ihren Weg fort. Es war merkwürdig, durch die Nebelschwaden zu gehen. Er konnte sie beinahe spüren, gleichzeitig waren sie aber auch nicht zu fassen. Tann hatte beim Anblick des Nebels schon immer an Geister denken müssen und auch jetzt konnte er nicht verhindern, dass er daran denken musste, und es ließ ihn frösteln. Wenn Wasser einen Geist hatte, war er sich sicher, dann war es der Nebel.


Tann behielt Danas Rücken vor sich genauestens im Auge und bald schon kam in der Ferne ein merkwürdiges Gebilde in Sicht, das so überhaupt nicht zum umliegenden Wald passte. Es war menschengemacht, das erkannte er sofort. Aber was es war, wusste er deshalb trotzdem nicht. Es war ein riesiges Ding, das wie ein eckiges Zelt aussah, das auf Beinen stand! Dana hatte schon davon erzählt und es ein Haus genannt, aber Tann war trotzdem sprachlos, es auch tatsächlich zu sehen. Es war so riesig, so weit oben, so unglaublich fantastisch! Es sah jedenfalls aus, als würde es jedem Sturm und jeder Flut trotzten können.   
     Noch während er das Haus mit großen Augen betrachtete, drehte sich Dana vor ihm um und er bemerkte, dass sie überaus nervös aussah. „Noch eines vorweg“, begann sie zögerlich. „Als ich damals von hier fort bin, bin ich nicht gerade im Guten mit meiner Familie auseinandergegangen. Ehrlich gesagt bin ich abgehauen, als sie noch schliefen. Deswegen ist es gut möglich, dass sie nicht so freundlich sein werden.“


Tann nickte verständnisvoll. Er hätte gern mehr über ihre Gründe, ihre Familie zu verlassen, erfahren, aber er wollte sie lieber nicht zu sehr bedrängen. Er war schon dankbar, dass sie ihn überhaupt hergebracht hatte. Ein unsicheres Lächeln breitete sich daraufhin auf Danas Gesicht aus und sie machte sich auf Richtung Haus.
     Das gab Tann erneut die Gelegenheit, sich umzusehen und erneut konnte er feststellen, dass Dana nicht übertrieben hatte. Sie schienen tatsächlich mit Tieren zusammenzuleben und Pflanzen wachsen zu lassen! Es war einfach unglaublich! Denn es bedeutete, dass man nicht länger auf die Jagd gehen musste und auch nicht davon abhängig war, was man in der Natur fand. Wenn er die Gelegenheit dazu bekam, musste er unbedingt herausfinden, wie diese Leute das machten.
     In dem Moment blieb Dana vor ihm wieder stehen und als er nachsah, bemerkte er, dass ein Mann aus dem Haus gekommen und geradewegs an ihr vorbeigegangen war. Er hatte braunes Haar und Tann konnte jetzt schon feststellen, dass Dana und er sich überhaupt nicht ähnlich sahen. Er ignorierte die Neuankömmlinge jedenfalls und das schien Dana ziemlich zu schaffen zu machen.


Dennoch fand sie den Mut, zu dem Mann zu gehen, der ebenso merkwürdige Kleidung trug wie sie. „Vater! Ich weiß, dass ich einfach weggegangen bin, ohne euch Bescheid zu geben, und das tut mir auch leid, aber wir brauchen eure Hilfe!“
     Doch der Mann schüttelte verständnislos den Kopf. „Du hast hier nichts mehr verloren!“, sagte er nur, bevor er sich abwandte und zu einer großen Pflanze ging.


Dana war von dieser Abfuhr natürlich tief getroffen, aber sie kam gar nicht dazu, lange traurig zu sein. Denn kurz darauf tauchte ein weiterer Mann auf. Zumindest hatte er gerade das Alter erreicht, um ihn einen Mann zu nennen. Tann schätzte ihn kaum älter als sich selber. Aber auch er sah Dana so überhaupt nicht ähnlich. Und er schien weitaus weniger freundlich, als der Mann zuvor. 
     Er baute sich vor Dana auf, die trotzdem noch beinahe einen Kopf größer war als er und warf ihr entgegen: „Soso! Meine Eltern nehmen dich auf und du hast nichts Besseres zu tun, als einfach abzuhauen und meine Schwestern in Sorge zu versetzen?“


Dana sah so hilflos aus, dass es Tann beinahe das Herz brach. Er musste ihr helfen. Also ging er hinüber und sprang für sie in die Bresche. Zumindest versuchte er, das Feuer von ihr abzulenken. „Ähm, ich weiß ja, dass das eine schwierige Situation ist, aber…“
     Weiter kam er nicht. Sofort wirbelte der aufgebrachte Kerl zu ihm herum. Er musterte ihn einen Moment lang abschätzig und verzog dann das Gesicht. „Was haben wir denn da? Einen Wilden? Du bist echt abgehauen, um bei den Wilden zu leben?“

 
Tann dachte für einen Moment, nicht richtig zu hören, doch erneut wurde ihre Unterhaltung unterbrochen. Jetzt war es eine ältere Frau, die auftauchte und sich umgehend auf Dana stürzte. „Du! Wie kannst du es wagen, wieder hierher zu kommen? Du weißt genau, dass dein Platz hier an der Seite von einem unserer Söhne gewesen wäre! Aber dafür warst du dir ja zu fein! Du hast vielleicht Nerven, hier wieder aufzutauchen! Du hast hier nichts mehr verloren!“
     Von all den Leuten war sie mit Abstand die Lauteste. Dana wich erschrocken vor ihrer Schimpftirade zurück und auch Tann befürchtete für einen Moment, dass sie gleich auf sie losgehen würde.


Erneut beschloss er zu intervenieren. Es war zwar zuvor schon nicht die Beste Idee gewesen, aber er konnte nicht zulassen, dass die Sache eskalierte. Und vielleicht war die Frau ja vernünftiger. Oder zumindest freundlicher Fremden gegenüber.
     „Ich weiß ja, dass das hier schwer für sie alle sein muss, aber könnten wir uns nicht alle für einen Moment beruhigen und das Ganze ausdiskutieren? Ich will ja nicht hetzen, aber ich habe einen Kranken in meinem Stamm und ich brauche dringend Hilfe!“
     Erneut war es der unfreundliche Kerl, der sich ihm daraufhin zuwandte. Ausgerechnet! „Du willst unsere Hilfe!“ Er wies auf Dana. „Du kannst die da gern wieder mitnehmen! Soll die dir doch helfen! Wir helfen keinen Wilden!“
     Jetzt war es Tann aber doch genug. Er war es leid, andauernd beleidigt zu werden. Er funkelte den Anderen wütend an und fragte bedrohlich: „Wen nennst du hier einen Wilden?“ 
     Es wirkte nicht. Stattdessen setzte sein Gegenüber nun ein höhnisches Grinsen auf. „Hast schon richtig gehört, Wilder! Komm ruhig, wenn dir das nicht passt! Ich hab kein Problem damit, mich mit dir zu prügeln, und ich werde auch nicht gegen dich verlieren!“
     Tann verengte die Augen zu Schlitzen. Er musste genau überlegen, was er jetzt als nächstes tat. Doch als er dem anderen Jungen ins Gesicht sah, wurde es ihm schlagartig klar. Er testete ihn nur. Und er wollte, dass er ihn angriff. Es war beinahe, als hätte er Jin vor sich.


Also griff er den Anderen an. Wie zu erwarten war der nicht etwa überrascht, sondern empfing er ihn geradezu. Doch er war kein Gegner für ihn. Das merkte Tann sofort. Er wich den plumpen Schlägen seines Gegners mühelos aus und hatte ihn bald schon im Schwitzkasten. Kurz darauf lag der vorlaute Kerl dann geschlagen am Boden. Tann hatte nicht wirklich hart zugeschlagen, aber dennoch brauchte sein Kontrahent einen Moment, um sich zu fangen.


Als er dann wieder auf den Beinen war und vor ihm stand, geschah genau dasselbe, das damals auch bei Jin passiert war. Damals, als er sich das erste und einzige Mal mit seinem Bruder geprügelt hatte. Um die Territorien abzustecken. Tann hatte damals gewonnen und danach hatte Jin nie wieder versucht, ihn herauszufordern.
     Auch auf dem Gesicht diesen Jungen breitete sich jetzt ein anerkennendes Lächeln aus. Aber sah Tann auch genau, dass bei seinem Gegenüber viel mehr Berechnung dahintersteckte als bei Jin. Er schien wesentlich schlauer zu sein als er tat. 
     „Hey, du bist in Ordnung! Ich bin übrigens Wulfgar.“ Er rieb sich die Nase und deutete hinter sich. „Komm rein und dann können wir besprechen, was du brauchst!“


Kurz darauf befand sich Tann im Inneren des Hauses. Er hatte einen Moment lang gezögert, das merkwürdige Ding zu betreten, aus Angst, es könnte über seinem Kopf zusammenbrechen, aber als er Wulfgars belustigten Blick auf sich bemerkt hatte, hatte er sich wieder zusammengerissen.
     Im Inneren war es dunkel, wie in einem Zelt. Aber es war bei weitem nicht so eng. Es war so weiträumig und groß wie in einer Höhle. Tann musste den Kopf weit in den Nacken legen, um überhaupt eine Decke zu sehen. Und auch dann konnte er sie nur gerade so im Zwielicht der schwachen Morgensonne ausmachen, die durch den einzigen Eingang hineinfiel.
     Dana wurde, entgegen seiner Befürchtung, herzlich vom Rest der Familie empfangen. Und auch die anderen Familienmitglieder, die sie zuvor noch böse angegangen waren, sahen von da an davon ab, sie weiter zur Schnecke zu machen.


Letztendlich stand Tann dann Wulf gegenüber, dem wortkargen Mann, dem sie zuerst begegnet waren. Wie er schon ganz richtig vermutet hatte, war er der Mann des Hauses. Der Vater von Wulfgar und den anderen fünf Kindern, die sich im Haus befanden, und die ihn nun ebenso neugierig beäugten wie er sie. Die Frau mit der lauten Stimme war die Mutter.
     Tann brachte umgehend sein Anliegen vor, doch Wulf sah nicht sonderlich glücklich über seine Anfrage aus. „Ich weiß nicht, ob wir deinem Vater helfen können“, verkündete er. Dann sah er zu Dana hinüber. „Wenn Dana es nicht konnte… Ich kann jedenfalls nicht mitkommen und auch niemanden entbehren. Die letzte Ernte steht bald an und ich brauche jede Hand.“


Tann war enttäuscht und befürchtete schon das Schlimmste, als das größte der Mädchen zu ihnen trat. Jetzt, da sie näher war, musste er erkennen, dass sie ebenfalls kaum jünger schien als er.
     „Ich werde mit ihm gehen. Ich kenne mich viel besser mit Kräutern aus als Dana und ich bin mir sicher, dass ich helfen kann. Und ich werde auch rechtzeitig zur Ernte wieder hier sein.“
     Wulf sah nicht sonderlich begeistert aus, aber seine Tochter wusste anscheinend, wie sie ihren Vater umstimmen konnte. Sie machte große, flehentliche Augen, sodass es beinahe sogar Tann erweichte. Er musste feststellen, dass sie dieselben blauen Augen hatte, wie er.       
     Wulf seufzte geschlagen. „Na schön! Aber morgen bist du wieder hier, verstanden?“
     Ein Lächeln ging auf ihrem Gesicht auf, das so hell strahlte wie die Sommersonne. Obwohl ihr Vater zuvor unzufrieden gewirkt hatte, musste auch er nun unwillkürlich lächeln.
     „Danke, Papa!“


Als sie wenig später aufbrachen, war auch die Wolkendecke aufgebrochen und die Sonne schien hell und warm auf sie hinab, auch wenn es noch immer regnete. Das Mädchen namens Greta hatte die nötigsten Kräuter zusammengesucht und gleich nach dem überaus ungewöhnlichen, aber guten Mittagessen, waren sie aufgebrochen. Tann konnte nur hoffen, dass Greta seinem Vater helfen konnte.

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Hier weiterlesen -> Kapitel 12

Vor-PS: Oh, was ich übrigens schon mal die ganze Zeit erwähnen wollte: Meine Townies altern ja nicht mehr, da ich es irgendwann ausgeschaltet habe. Deshalb werden es bei den anderen Stämmen und Familien auch immer diesselben Sims sein, wenn ich sie nicht gerade geschichtlich brauche. Naja, die Ladezeiten für die Klamotten und alles in Sims 3 sind nicht schön, deswegen sehts mir nach =(. Ich hab schon genug Stunden im CAS verbracht. Tun wir einfach so, als wären das irgendwann die Kinder der ursprünglichen Bewohner oder so....

Tja, freut euch auf meine grandiosen Bauwerke, die ich noch so alles fabrizieren werde. Alles original im viereckigen Baucontainer-Stil. Also eines steht fest: Im Bauen bin ich echt mies ^^'. Und ich hasse unebene Grundstücke. Es ist ätzend, die Sims darauf ordentlich zu positionieren und es ist ätzend, darauf zu bauen. Deswegen der Pfahlbau. Wenigstens gab es sowas in der Jungsteinzeit schon... Ich hätte nur gerne eine richtige funktionable Leiter gehabt und keine doofe Treppe, aber man kann nicht alles haben.

Jetzt wissen wir also, warum Dana von Zuhause abgehauen ist. Sie hatte einfach keine Lust darauf, die Frau von Wulfgar oder einem seiner Brüder zu werden und ihr Leben lang auf dem heimischen Hof zu versauern. Bleibt nur zu hoffen, dass es ihr im Stamm besser geht, sonst ist sie da wohl auch sehr schnell weg. Und dass Greta Enn helfen kann.

Ich mag die Blums (Danas Familie) irgendwie. Die sollten ursprünglich alle nur Statisten und Hintergrund für Dana sein, aber... naja, sie sind mir irgendwie ans Herz gewachsen. Mehr sag ich dazu nicht ;). Sie wurden übrigens bei den Charakteren (unter den Uruks) hinzugefügt, damit man mal alle sieht.
Ignoriert die mittelalterlich aussehenden Kleider und die Gürtelschnalle an Mama Blums Kleid. Ich weiß ja, dass die in der Jungsteinzeit weder Metall, noch Gürtelschnallen hatten, aber es ist eine Pest, epochengerechte Sachen zu finden -.-. *seufz* Ich wünschte echt, ich könnte selber Sachen für meine Sims machen. Aber ist vielleicht auch besser so. Sonst würde ich nie zum Spielen kommen XD.

So, aufs nächste Kapitel freu ich mich schon. Da kommt endlich mal ein bisschen Bewegung in ein größeres Thema dieser Generation. In dem Sinne: Danke fürs Vorbeischauen und ich verabschiede mich! Bis zum nächsten Mal!

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