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Sonntag, 22. April 2018

Kapitel 46 - Feigling



Während des Wartens hatte der Regen eingesetzt. Obwohl der Herbst noch jung war, hatte sich die Sonne die letzten Tage kaum blicken lassen und nachdem der Regen sie innerhalb weniger Minuten durchnässt hatte, war ihr inzwischen eiskalt. Sie hatte ihre Jacke nicht mitnehmen können. Nicht einmal ihre Stiefel. Sie fror erbärmlich, aber trotzdem wartete sie geduldig.
      Er kam meistens um diese Zeit vorbei. An einem Tag ging er vorne herum, direkt über den Hof seiner Feinde, gerade so, als wolle er ihnen allen sagen „Seht her, ich habe keine Angst vor euch!“ und an anderen Tagen ging er hinten herum, als müsse er kontrollieren, dass die Nachbarn auf der Rückseite ihres Hauses nicht etwa eine Festung aus dem Boden gestampft hatten.
      Auch heute kam er zu seinem täglichen Kontrollgang. Diesmal ging es hinten herum. Wie sie gedacht hatte.
     „Warte!“, rief sie und als sie sich in Gang setzte, kam ihr das Platschen ihrer Sandalen auf dem nassen Boden plötzlich viel zu laut vor.


Als Tann, der Anführer von Uruk-Stamm, innehielt und sein Blick sie traf, wollte sie am liebsten verschwinden. Seine Augen waren so voller Ablehnung. 
     Sie schluckte schwer, wich seinem Blick aus. „Ich... brauche deine Hilfe.“
     Er verengte seine Augen zu Schlitzen und erneut tat er nichts anderes, als sie anzusehen. Eine ganze, entsetzlich lange Weile lang. Der Bluterguss an ihrem Auge, den sie sich zugezogen hatte, als sie ihren Vater auf Anya angesprochen hatte, brannte vor Scham.


 „Ich wüsste nicht, warum ich dir helfen sollte“, sagte er schließlich.
     Sie wusste nicht, wie sie das anfangen sollte. Es gab so vieles zu erzählen, aber sie hatte Angst, dass er ihr nicht zuhören würde. Dass seine Geduld bald am Ende sein würde.
     Also purzelten die Worte hilflos aus ihr heraus: „Ich weiß, dass du mir nicht traust. Aber mein Vater tut schreckliche Dinge und deshalb bitte ich dich, wenigstens meinen Geschwistern den Schutz deines Stammes zu gewähren.“
     „Dein Vater ist ein Feigling, wenn er jetzt schon anfängt, seine Kinder vorzuschicken. Schlimm genug, dass er dich auf meinen Sohn gehetzt hat, aber jetzt, da das nicht geklappt hat, geht er also dazu über, Mitleid bei mir erwecken zu wollen, ja?“ Er schnaubte abfällig. „Ich sage dir gleich: das wird nicht funktionieren!“
     „Mein Vater hat mich nicht hergeschickt!“, versicherte Akara inbrünstig. „Ich schwöre es! Im Gegenteil! Er war es, der mir das hier angetan hat!“
     Sie hatte ihr blaues Auge nicht erwähnen wollen, aber sie kam wohl nicht mehr darum herum. Doch das beeindruckte Tann überhaupt nicht.
     „Und wer sagt mir, dass das stimmt? Das könnte genauso gut eine Falle sein, um dich in unseren Stamm zu schleusen, damit du dort weiter Unheil stiften kannst. So, wie du es mit Elrik getan hast.“


Akara verstummte. Sie hatte sich auch von Elrik losgesagt und ihn nicht weiter um Hilfe gebeten, um nicht weiter für Streit im Uruk-Stamm zu sorgen. Sie hatte gehofft, dass Elrik die Sache mit seinem Vater klären würde. Aber anscheinend hatte er das nicht getan. Das sah sie sofort. Tann jedenfalls schien deswegen mächtig sauer auf sie zu sein. Das hatte sie befürchtet.
     Aber obwohl sie, mit Ausnahme ihres Vaters, wahrscheinlich die schlechtesten Karten hatte, Tann davon zu überzeugen, ihnen Schutz zu gewähren, gab sie nicht auf. Sie musste es weiter versuchen. Elrik hatte ihr immer wieder angeboten, ihr zu helfen, aber sie wusste, dass es sein Vater war, den sie überzeugen musste. Dass er es war, der die Macht dazu hatte, ihre Geschwister vor ihrem Vater zu beschützen.


Also zog sie alle Register. Obwohl sich alles in ihr dagegen sträubte, schob sie ihre Brust raus und versuchte, trotz des blauen Auges möglichst ansprechend auszusehen. „Ich würde auch alles dafür tun, wenn du meine Geschwister bei dir aufnimmst!“
     Doch wie befürchtet, ging Tann sofort angewidert auf Distanz. Er schob abwehrend seine Hände zwischen sich und sie. Sie war eben nicht Anya, die, im Gegensatz zu ihr, wusste, wie man gut bei Männern ankam. Sie war nur die langweilige Akara mit dem blauen Auge.


Dann war seine Geduld scheinbar am Ende. Er drehte sich um und ließ sie stehen. 
     „Ich bin froh, dass ich Elrik vor dir retten konnte“, sagte er im Weggehen und es stach Akara unerwartet ins Herz, da er recht hatte. Sie war eine widerliche Person. Genau wie ihr Vater. „Halt dich in Zukunft bloß von meinem Jungen fern!“
     Und das Allerschlimmste war, dass sie versagt hatte. Sie hatte sogar versucht, sich zu verkaufen und hatte am Ende doch nichts dabei gewonnen. Sie hatte ihren Geschwistern nicht helfen können. Und als ihr das bewusst wurde, brachen die Tränen, die sie seit dem Schlag ihres Vaters zurückgehalten hatte, schließlich doch noch aus ihr heraus.


Als er das erbärmliche Schluchzen hörte, das sich unter das Prasseln des Regens mischte, hielt Tann unwillkürlich inne. Er wollte das nicht, aber er konnte nicht verhindern, dass ihre Tränen ihn berührten. 
     Sicher, sie hatte die Beziehung zu seinem Sohn zerstört, sie war die Tochter seines Feindes und höchstwahrscheinlich war sie nur darauf aus, ihn aufs Kreuz zu legen. Aber wenn das, was sie erzählt hatte, tatsächlich der Wahrheit entsprach, dann war sie nur ein armes Mädchen, das von ihrem Vater geschlagen worden war und das ihn um seine Hilfe ersucht hatte, die er ihr ohne groß nachzudenken sofort verwehrt hatte. Und als ihm das bewusst wurde, fühlte er sich nur noch schlechter. Er konnte sie nicht so einfach da stehen lassen.


Also drehte er sich wieder um und sagte: „Hör zu, wenn dein Vater dich schlägt und ihr unter ihm zu leiden habt, dann solltet ihr zusehen, dass ihr von ihm wegkommt. Du wirst verstehen, dass ich euch nicht traue und euch deswegen nicht bei mir aufnehmen kann, aber ich kenne die anderen Stämme in der Gegend und wenn ich mit ihren Anführern rede, werdet ihr dort sicherlich Schutz finden. Das ist alles, was ich dir anbieten kann.
     Und noch etwas: Du solltest dich niemals derart erniedrigen, dich jemandem anzubieten, nur, um zu bekommen, was du willst. Das kann nämlich böse enden.“
     Inzwischen war Tann nur noch wütend. Und es war nicht einmal mehr das Mädchen, gegen das sich seine Wut richtete. Was für ein Vater schlug denn seine eigenen Kinder? Seine eigene Tochter? 
     Wenn es wirklich stimmte, was dieses Mädchen ihm erzählt hatte, konnte er nicht länger untätig bleiben.


Hatte Jana schon erwähnt, dass sie die Tage liebte, in denen sie nicht auf dem Feld aushelfen musste? Da waren natürlich noch die anderen Tage, an denen sie stundenlang Unkraut rupften musste, aber jeder zweite Tag gehörte ihr. 
     Und das Beste daran war, das noch niemand angekommen und ihr mit doofen Frauenaufgaben auf die Nerven gegangen war. Gerade von ihrer Mutter hatte sie nämlich gedacht, dass sie demnächst mit Nadel und Faden oder Kochtöpfen ankommen würde.
     Nachdem sie die ersten paar Tage deshalb in Saus, Braus und Freiheit verbracht hatte, fand sie es inzwischen wieder super, erwachsen zu sein. Endlich konnte sie tun und lassen, was sie wollte. Und sie gedachte, das noch eine ganze Weile zu genießen. Sicher, irgendwann würde es auch für sie Zeit werden, Brutmutter zu spielen, bevor es zu spät dafür war, aber bis diese unangenehme Zeit kommen würde, würde sie ihre Freiheit in vollen Zügen genießen.


Da sie gerade daran dachte, kam doch tatsächlich in diesem Moment Rahn in ihr Blickfeld. Er lehnte an der Hauswand und sah so trübsinnig aus, wie die ganzen Tage schon. Es wurde wohl Zeit, dass sie sich mal um ihn kümmerte. Das würde ja bald eh ihre Aufgabe werden.


Also ging sie zu ihm. Aber kaum, dass sie sich bemerkbar gemacht hatte, schreckte er wie gestochen von der Wand zurück und sie konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass er ziemlich ertappt aussah.


„Öhm… ich wollt dich nicht erschrecken. Tschuldige“, sagte sie.
     Rahn zwang seine Gedanken ins Diesseits und da setzte er erst einmal ein Lächeln auf. „Schon gut. Du hast mich nicht erschreckt. Was gibt es denn?“
     „Das wollt ich dich gerade fragen. Du siehst ja aus wie ein getretener Hund, den man draußen im Regen gelassen hat.“
     Rahn lachte, aber es klang hohl. „Ich war nur in Gedanken an einen großen Hirsch, den ich letztens verfehlt habe. Das beschäftigt mich ein bisschen. Ich frage mich dauernd, warum ich ihn nicht getroffen habe. Das ist alles.“
     „Oh, ach so! Das kann ich natürlich verstehen. Das ist schon ärgerlich, wenn einem die Beute durch die Lappen geht.“        
     Jana grinste zahnbewehrt, während Rahn sich noch ein besänftigendes Lächeln abrang und dann meinte: „Ich denke, ich werde mal sehen, ob was mit meinem Bogen nicht stimmt.“


Jana nickte, auch wenn Rahn das schon gar nicht mehr sah, da er schon in die falsche Richtung davonging. Aber Jana fiel glücklicherweise nicht auf, dass sein Bogen da gar nicht war. Sie sah ihm nur versonnen nach. Er würde einen guten Gefährten abgeben. Irgendwann. Wenn sie die Zeit für gekommen hielt.


Jetzt war es jedenfalls erst einmal an der Zeit, ihren eigenen Plänen nachzugehen, aber erneut geriet ihr dabei jemand ins Blickfeld. Diesmal war es Aan, der da am Rastplatz am Boden hockte und weiß-der-Geier-was machte.


Es versteht sich von selbst, dass Jana natürlich wissen musste, was da vor sich ging. Also ging sie auch zu ihm, aber als sie ihn erreicht hatte, war sie genauso schlau wie vorher. Er saß hinter einem der Zelte und malte mit dem Finger irgendwelche merkwürdigen Zeichen, die Jana noch nie zuvor gesehen hatte, in den Dreck.


„He, was machst du denn da?“
     Anscheinend war heute der Tag der Erschrockenen, da auch Aan sofort erschrocken in die Höhe schoss. Beinahe nebensächlich, aber überaus auffällig, wischte er dabei mit dem Fuß über die Zeichen, die er gerade noch in den Dreck gemalt hatte und machte sie dadurch unkenntlich.
     „Nichts! Nichts mache ich!“, behauptete er.
     Zu sagen, dass er schlecht lügen konnte, war eine Untertreibung. Vor allen Dingen jetzt.
     Jana grinste. „Ich weiß schon, was du gemacht hast. Das muss dir nicht peinlich sein, wenn du gerne malst, weißt du. Dafür ist man nie zu alt.“ Sie machte das gelegentlich sogar selber bei der Feldarbeit, wenn ihr langweilig war.


Aan hob jedoch nur eine Augenbraue und obwohl er eigentlich nicht darüber sprechen sollte, konnte er es doch nicht auf sich sitzen lassen, dass Jana dachte, er würde hier sitzen und einfach nur malen.
     „Ich male nicht. Das sind Schriftzeichen“, stellte er klar.
     „Hä?“
     „Damit kann man Worte aufschreiben, die man dann lesen kann.“
     Er hatte es erst vor kurzem lernen dürfen und er war sehr froh darüber. Zum Glück hatte aber niemand nachgefragt, wo er das Lesen gelernt hatte, als er ohne Probleme den Kalender entziffert hatte, den Wulfgar mitgebracht hatte.
     „Und wozu soll das gut sein?“, wollte Jana jetzt wissen.
     ‚Um Nachrichten zu hinterlassen, so wie ich es gerade vorhatte.‘
     Stattdessen sagte er aber: „Um Geschichten aufzuschreiben und damit festzuhalten, beispielsweise.“


Jana mochte es nicht, wenn man Worte benutze, die sie nicht kannte. Aber sie war nichts anderes von Aan gewohnt. So, wie er nichts anderes von ihr gewohnt war, ihr oft alles noch einmal erklären zu müssen, was er sagte.
     „Und wozu soll das gut sein?“, wiederholte Jana jetzt. „Dafür haben wir doch unseren Schamanen.“
     „Ja, aber stell dir mal vor, ein jeder könnte die Geschichten, die ein Schamane erzählt, einfach selber lesen.“ Er zuckte mit den Schultern. „Dann bräuchte es keinen Schamanen mehr.“


Und damit hatte er wohl etwas gesagt, das er lieber für sich behalten hätte. Jana sah ihn an, als hätte er den Verstand verloren und sie brauchte eine ganze Weile, um überhaupt wieder zu Worten zu finden. Dabei war sie doch so froh gewesen, dass sie inzwischen wieder normaler mit Aan hatte reden können.
     „Was redest du denn da für einen Blödsinn! Ich dachte immer, dass du schlau bist, aber zu sagen, dass wir unseren Schamanen nicht mehr brauchen ist einfach nur dämlich! Wer erzählt denn dann die Geschichten unserer Ahnen? Und wer besänftigt die Götter, hm? Willst du etwa, dass unsere Ernte vertrocknet, weil es nicht mehr regnet? Oder noch schlimmer, gar keine Ernte mehr wächst, hä?“
     Aan hatte so einiges zu diesem Thema zu sagen, das größtenteils aussagte, dass er überhaupt nicht an so etwas wie Ahnen, Geister und Götter glaubte. Aber als er Jana jetzt ins langsam vor Wut rot anlaufende Gesicht sah, wusste er, dass er besser die Klappe halten sollte. Das war einfach kein Gebiet, das Jana bereit war zu verstehen, wie er nun feststellen musste.


Also schwieg er und Jana nutzte die Gelegenheit gleich mal, um ihm ihre neue, blendende Idee vorzubringen: „Ich hab’s! Da Elrik mir ja schon den Posten als Oberjagdmeisterin versprochen hat, wirst du einfach der nächste Schamane, ja? Dann kannst du mit deinen komischen Zeichen da einfach die Geschichten unseres Schamanen aufmalen und sie uns vortragen.“
     Sie hielt das wirklich für eine geniale Idee, aber Aan wusste, dass das niemals geschehen würde. Eher würde er sein Leben mit stumpfer Feldarbeit zubringen, als Schamane zu werden. Schlimm genug, dass er für sich behalten musste, dass er an so einen Humbug wie Götter überhaupt nicht glaubte, weil er sonst befürchten musste, dass man versuchte, ihm böse Geister auszutreiben oder sowas.


Mit einem breiten Lächeln im Gesicht, als wäre die Sache beschlossen, machte Jana nun Anstalten zu gehen. 
     Aan, durch ihr wunderschönes Lächeln an eine andere Sache erinnert, kam nun in Zugzwang. Er hatte sich das schon eine ganze Weile vorgenommen, aber bislang hatte ihm der Mut und die passende Gelegenheit dazu gefehlt. Nach ihrem nächtlichen Aufeinandertreffen am Grabhügel seiner Mutter war Jana zumindest immer in Gesellschaft gewesen.
     Jetzt jedoch war sie allein. Das war seine Chance. Wenn er nur nicht so verdammt nervös wäre!


Er haderte noch einen Moment länger mit sich, zwang sich dann aber, sie zu rufen, und setzte ihr nach.
     „Jana, was ich dich fragen wollte…“, begann er unsicher. „Also… weißt du, ich wollte dich fragen, ob du nicht vielleicht meine Gefährtin werden möchtest.“


Sein Mund bewegte sich noch länger, wie Jana sah, aber sie hörte ihm nicht mehr zu. Von einem Moment auf den Anderen hatte ein so großer Schrecken von ihr Besitz ergriffen, wie noch nie zuvor. Sie sah Aan vor sich, sah ihn reden, aber sie hörte ihn nicht. Alles in ihr war plötzlich so durcheinandergeraten. Sie wusste nicht, was gerade geschehen war. Wusste nicht, was sie tun sollte. Was sagen? Was denken? Was fühlen? Was wollte sie?


Und dann mit einem Mal schien alles um sie herum stillzustehen. Ihr Blick glitt zu seiner Augenklappe.
     ‚Es ist egal, was du willst‘, hörte sie eine kleine Stimme mahnend in ihrem Kopf sagen. ‚Denn du weißt, dass das nicht passieren wird. Es darf nicht passieren.‘
     Es stimmte. Sie wusste es. Hatte befürchtet, dass es so werden würde, aber sie hatte sich nie gewagt, die Schwelle zu übertreten, die Aan anscheinend übertreten hatte. Und die sie nie übertreten würde. 
     Sie atmete tief durch und für einen Moment noch war alles ruhig und still.


Dann aber brach sie aus: „Hä? Was redest du denn da für einen Stuss? Ich werde ganz sicher nicht deine Gefährtin!“
     Sie fletschte ihre Zähne und machte bedrohlich einen Schritt auf ihn zu. „Und wenn du noch mal davon anfängst, dann werde ich dich verprügeln!“


Und während sie sah, dass Aans Herz brach, wirbelte sie herum, bevor er bemerken konnte, dass ihre Fassade bröckelte.


 „Es sollte einfach nicht sein“, hörte Aan Elrik sagen.
     Er saß auf dem Baumstamm vorm Vorratsschuppen, während sich inzwischen ein dunkler Himmel über sie zu spannen begann, der so wolkig war wie sein Gemüt. Elrik stand vor ihm, aber Aan sah ihn nicht an. Er wollte diese schreckliche Plattitüde einfach nicht hören.
     „Ich habe mich sowieso immer gefragt, warum du ausgerechnet Jana haben wolltest. Sie passt so überhaupt nicht zu dir.“
     Er wusste selber, dass er und Jana nicht unbedingt viel gemein hatten. Aber war es wirklich so verwunderlich, dass er sie für ihre Stärke bewunderte? Schon seit er klein war, tat er das. Doch obwohl er wusste, dass sie stark war und er es nicht war, war er trotzdem blöd genug gewesen, es bei ihr zu versuchen. Dabei konnte er sich nicht vorstellen, dass sie auf Feiglinge wie ihn stand. Tat sie ja auch nicht, wie er nun herausgefunden hatte.


 „Warum bin ich nur so ein verdammter Feigling?“, fragte er sich laut. „Wenn ich es nicht wäre, würde Jana mich bestimmt auch in Betracht ziehen.“
     Ja, er war ein Feigling, dass er hier saß und sich lieber in Selbstmitleid suhlte, anstatt für Jana zu kämpfen.


Also sprang er voller Tatendrang auf, als Elrik gerade wieder ansetzen wollte und verkündete: „Verdammt, ich werde ihr beweisen, dass ich kein Feigling bin! Ich werde sie für mich erobern!“
     „Was… hast du denn vor?“, fragte Elrik erschrocken.
     „Ich werde im Wald jagen gehen!“


Unwissend, dass er damit etwas viel Größeres in Gang setzen würde.


Etwas, das lange währte, sollte bald zu einem Ende kommen.


Eine Schuld, die aufgeladen werden und lange verfolgen würde.


Und eine Tat, die der Anfang vom Ende sein sollte. 
_________ 

Hier weiterlesen -> Kapitel 47 

Wie ihr euch sicherlich denken könnt, steht nächstes Mal ein größeres Ereignis an. Um die Spannung nicht zu verderben, will ich jetzt auch gar nicht mehr darüber schreiben.
Das nächste Kapitel wird aber erst so Ende nächster Woche wohl rauskommen. Also frühestens Freitag.

Mein innerer Schweinehund Nova (hier als Welpe) wollte übrigens mal Hallo sagen. Für all die, die ihn noch nicht kennen. Der steht in letzter Zeit auch immer schön mit blitzenden Zähnen neben mir, wenn ich schreiben will. Seht euch nur sein unschuldiges Grinsen an...


Bis dahin, danke fürs Vorbeischauen und Nova und ich verabschieden uns. 

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